Quo vadis, Training?

Bevor es euch jetzt voller Schreck aus den Bürosesseln haut – keine Sorge. Wir haben keine neue Trainingsdynastie ausgerufen. Aber: Auch der Trainingsbereich lebt und ist geprägt von Veränderungen. Veränderungen, die mit neuen Herausforderungen im Handel und Verkauf, im Bereich der Technik, im Personalwesen und der Struktur der Arbeitswelt zu tun haben. Um nur ein paar aufzuzählen. Wie in vielen anderen Bereichen schlägt auch das Training keinen bereits und für immer festgelegten Weg für die Zukunft ein. Aber wo geht es denn nun hin in Zeiten von Digitalisierung und neuen Arbeitsmodellen?

„Die Zeichen stehen auf Praxis und individuelles Erleben“, meint Christian, Vertriebsleiter der Anstifter. Während früher viel im Monolog und Präsentationscharakter trainiert wurde, spiele heute Dynamik und das individuelle Formen einzelner Stärken eine große Rolle – verbunden mit dem Wunsch nach Nachhaltigkeit. Ihren Sinn würden Trainingskonzepte nie verlieren, meint Akademie-Geschäftsführer Alex. Was sich jedoch jetzt schon ändere: Einfache Fragen könnten heutzutage über das Internet beantwortet werden. Gleichzeitig würden auch individuelle Angebote zur eigenen Spezialisierung in Zukunft immer wichtiger. Unterstützung bräuchten Unternehmen aber dabei, herauszufinden, in welche Richtung es konkret gehen soll, denn: „Alleine zu wissen, dass es zum Beispiel viele Führungsmodelle gibt und wie sie funktionieren, beantwortet noch nicht die Frage, welches dieser Modelle auf eine Unternehmenskultur passt und wie diese Unternehmenskultur und ihre Werte überhaupt aussehen.“ Theoretische Inhalte könnten zwar online dargestellt, die praktische und individuelle Anwendung jedoch durch digitale Angebote nur bedingt vermittelt werden. Diese seien vor allem für kurze Lerneinheiten und als Impulse zur Vertiefung geeignet.

E-Learning hat, wenn auch eingeschränkt, also auf jeden Fall Zukunft im Trainingsbereich. Von einigen Unternehmen wird die Weiterbildung online bereits angewendet, allerdings noch nicht optimal, denn: Vorbereitungs- oder Nachbereitungslektionen würden bisher noch wenig genutzt und belasten Teilnehmer bisher eher aufgrund der Zusatzarbeit, merkt Trainerin Anke an. In manchen Unternehmen scheitere es bereits an grundlegenden Voraussetzungen wie Emailadressen und Internetzugängen für alle Mitarbeiter.

Weit verbreitet sei E-Learning im Trainingsbereich bisher dennoch noch nicht – und offenbar gibt es dafür auch erstmal noch viel zu tun, um dieses zielführend einzubinden. Sinn macht das, wie erwähnt, nur als Ergänzung, nicht als Ersatz für praktische Trainings. Dann könne dieser Verbund sehr effektiv sein, meint Trainerin Alexandra, die fest an das Konzept des „Blended Learning“ glaubt, also eben dieser Verbindung von Präsenzveranstaltungen und Onlinetraining: „Zum Wissen-, bzw. Methodentransfer sind Präsenz-Seminare/Workshops unerlässlich. Onlinetrainings sind aber hier ein wichtiger Zusatz, um die maximale Effektivität zu gewährleisten. Am Besten als „Online-Wissens-Quickies“, die zu jeder Zeit und an jedem Ort abrufbar sind.“

Doch egal ob online oder offline: Die Individualität des Einzelnen im Unternehmen werde stets eine große Rolle spielen, auch im Führungsbreich: „Mensch und Situation sind so individuell geworden, dass du sie zu jeder Zeit neu beleuchten musst. Du musst also jedes Mal neu entscheiden, ob du mit klassischen, integrativen, coachiven, inspirativen etc. Führungsmodellen aktiv bist.“ Eine Führungskraft müsse daher heutzutage und in Zukunft die Werkzeuge aller Führungsstile beherrschen, um erfolgreich mit ihren Mitarbeitern zu arbeiten.

Training wird es also immer geben. Aber nie ein und dasselbe, denn: Es muss stets auf individuelle Faktoren abgestimmt sein und sich an Entwicklungen anpassen. Wer trainieren will, muss also selbst auch stets bereit sein, sich weiterzuentwickeln. Seid ihr bereit? Wir sind es!


Wie Trainings entstehen und wie sich die Anforderungen daran verändern, könnt ihr auch im Interview mit Frank nachlesen.

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