Wir sind Anstifter!
 

„Selbständigkeit erfordert Kamikaze-Charakter!“

Manon ist in verrückter Vogel – mitten im nordrheinwestfälischen Havixbeck, einem kleinen Ort bei Münster, eröffnet sie einen Conceptstore rund um Geschenke und Gin – etwas, das man eher in größeren Städten erwartet. Sie zieht es trotz des fehlenden Großstadtelements durch – und das mit Erfolg!

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Ihr seid ganz schön mutig – das meinte zumindest Alex zu mir, als er von euch erzählte. Einen Conceptstore mitten in Havixbeck zu eröffnen erfordert nämlich seiner Meinung genau das. Wie siehst Du das? 🙂

 

Ich glaube jede Art von Selbstständigkeit erfordert Mut und auch ein bisschen Kamikaze-Charakter. Man muss voll und ganz hinter seiner Idee stehen und wirklich dafür brennen (denn du wirst verdammt viel Zeit darin investieren) und wir durften uns anfangs auch sehr, sehr viele Zweifel und viel „Die halten sich eh nicht lange“-Gequatsche anhören.
Ich glaube Konzepte mit echter Liebe und Leidenschaft dahinter haben immer die Chance zu funktionieren. Und manchmal muss man dann mit seinen Entscheidungen auch leben und mit den Gegebenheiten arbeiten. Wir haben uns für Havixbeck entscheiden, weil das unsere Heimat ist und wir Dinge, die wir aus unserer Zeit in Berlin und Hamburg kannten, nicht missen wollten. Auch in ländliche Regionen ziehen immer mehr offene, hippe und coole Leute, die zwischendrin mal „weg“ waren und zurück kommen – die kennen Konzepte wie unseres dann bereits. Aber natürlich gibt es auch Produkte, die wir persönlich zwar gerne aufnehmen würden, uns dann aber angucken und uns lachend eingestehen müssen „Das ist nun wirklich nix für Havixbeck…“
Und wir haben von Anfang an auch auf unseren Onlineshop und Instagram und Facebook gesetzt. Das war wichtig um die regionalen Grenzen aufzubrechen und wir haben Kunden aus ganz Deutschland.
Was ist eurer Meinung nach das Besondere an eurem Shop, was unterscheidet ihn von anderen? 

 

Sicherlich ist unser Konzept von der Sortimentsauswahl schon besonders – die Mischung aus kreativer Feinkost, modernen Spirituosen und jungem Design und Interior findet man so nicht so häufig. Viele Conceptstores haben Mode als Schwerpunkt – bei uns ist es der Feinkostbereich. Gewürze, Chutneys, Schokoladen, coole Süßigkeiten, Lakritz, Craftbier, Gin etc. Und der absolute Bestseller sind unsere Überraschungstüten, die wir aus all den leckeren und schönen Sachen packen und zusammenstellen.
Der zweite Punkt der uns wichtig ist, ist der Servicegedanke. Das Rund-um-Einkaufserlebnis… wir haben unseren Laden vom Interior mit sehr viel Liebe eingerichtet und wollten eine eigene Welt schaffen. Im Anfang haben uns alle für verrückt erklärt, dass wir die Wände Dunkelblau fast Schwarz streichen wollten. Jetzt lieben es alle und wir werden sooooo häufig nach dem Farbton gefragt, „weil die Wand in der Küche neu gestrichen werden soll“ 😉
Und auch einfach der nette Schnack an der Theke und eine gute, persönliche Beratung. Uns ist es wichtig, dass der Kunde mit einem Lächeln rausgeht.
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Braucht es eurer Meinung nach generell mehr Mut im Einzelhandel?

 

Klar, Mut braucht man vom ersten Moment an! Aber auch die Bereitschaft den Einzelhandel wieder neu zu BELEBEN und neu zu denken. Wir können alle gemütlich mit der Jogginghose von der Couch aus alles mögliche im Internet bestellen, aber wir alle genießen es doch eigentlich mehr, einfach mal zu bummeln, sich beraten zu lassen und eine gute Zeit zu haben und Neues zu entdecken.
Aber man braucht nicht nur MUT, sondern muss auch bereit sein, sich den A**** aufzureißen. Es gibt wahrlich leichtere Jobs 😉

 

Ihr verkauft auch Produkte von jungen Designern aus Deutschland – auch, weil ihr den Nachwuchs unterstützen möchtet? 

 

Ja, es gibt so viele grandios tolle Designer und Labels. Und wenn es passt, nehmen wir total gerne diese Dinge in unseren Shop auf. Die meisten finden wir direkt über Instagram oder auf kleinen, unabhängigen Messen.

 

Und dann ist natürlich noch Platz für alles, was ihr noch loswerden möchtet, immer raus damit 🙂 

 

Wir freuen uns sehr, dass ihr bei den „Verrückten Vögeln“ (Anmerkung: hieß die Interview Reihe so? – Alex hat hier so was gesagt 😉 ) an uns gedacht habt! Ein schöneres Kompliment kann es doch kaum geben – mehr verrückte Ideen braucht das Land 🙂

Herzlichen Dank für das Interview, liebe Manon!

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