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Wenn Strausse Liegestütze machen

Engelbert Strauss hat vor Kurzem zusammen mit der Akademie eine Gruppe von Mitarbeitern in ein Bootcamp von Personal Trainer Alexander Pyrkotsch geschickt, der bereits mit Navy SEALs trainiert hat und sich von ihnen durch den Schlamm und in die Kälten des Ozeans jagen ließ (hier geht’s zum Interview mit Alexander). Personalleiter David Schülke initiierte das Ganze, Stefanie Renkwitz, Personalreferentin, war mit dabei. Und beide berichten davon, dass das Bootcamp zwar viel Muskelkater, aber auch viele Glücksgefühle in die Gruppe gebracht hat.

Aber zunächst zurück zum Anfang. Warum habt ihr das Boot Camp gemacht?

David: Weil wir anders sind als alle andern (lacht). Einer unserer Unternehmenswerte ist Pioniergeist und der wurde beim Boot Camp auch in den Teilnehmern geweckt.

Steffi: David, Du hattest die Erfahrung ja mitgebracht und kanntest das Konzept Boot Camp bereits, das ist einfach mal was ganz anderes, die Werte und die Gemeinschaft erlebbar machen zu können. Das schafft man im Wald noch besser als im Trainingsraum!


Wie muss man sich so einen Tag vorstellen?

Steffi: Wir sind um 6 Uhr gestartet, das war aber relativ human, so ein Bootcamp geht schon auch mal um 4 Uhr los. Dann sind wir mit ein bisschen Gepäck und Sandsäcken in den Wald gezogen, haben da ein paar sportliche Übungen gemacht, auch solche, die den Zusammenhalt stärken, zum Beispiel eine verletzte Person transportieren. Das Spannende an dem Tag war auch, dass wir uns immer wieder besprechen und untereinander austauschen und äußern konnten, was einem geholfen hat oder was man von der Gruppe braucht.

Was war für dich die beeindruckendste Erfahrung an diesem Tag?

Steffi: Was mich am meisten beeindruckt hat: Man erklimmt verschiedene Berge und der emotionale Berg ist der, der am Schwierigsten zu erklimmen ist. Da ging es darum, dass jeder Teilnehmer, wenn er möchte, eine Geschichte oder ein Erlebnis erzählen kann, das er in sich trägt, das ihn im Moment vielleicht auch leitet. Da fand ich sehr beeindruckend: Obwohl es super kalt war und alle erschöpft waren, hat jeder jedem die 5 Minuten Redezeit gegönnt, zugehört hat und ganz persönliche Dinge geteilt wurden, ohne dass jemand Angst haben musste, dass es weitererzählt wird. Das war ein ganz besonderer Moment und für alle ein sehr intensives Erlebnis, das auch noch später bei allen sehr präsent war.

Habt ihr nach dem Bootcamp einen Unterschied im Team bemerkt?

Steffi: Die Gruppe hat das sehr gemerkt und mir im Abschlussfeedback des ganzen Jahres zurückgespiegelt: Da hat nach dem Bootcamp bei vielen nochmal ein Umdenken stattgefunden, dass man gemeinsam Dinge erreichen kann, dass die Leistung als Gruppe in den Vordergrund gerückt, der Zusammenhält gestärkt wurde.

David: Wir haben am Anfang überlegt, ob das überhaupt zu Engelbert Strauss passt. Es gab zwei Möglichkeiten: Entweder es wird total cool und jeder macht mit oder es geht nach hinten los, denn: Bei uns herrscht ein großes und offenes Miteinander, hier zählt jede Meinung, man darf sich überall beteiligen, was sehr viel Kreativität fördert. Aber knallhart gesagt zu bekommen: „Da geht’s jetzt in diese Richtung und das wird jetzt gemacht!“ ist nochmal was anderes als das tägliche Miteinander. Das war ein sehr spannender Perspektivwechsel. Alle sahen übrigens bereits nachmittags total fertig, aber sehr glücklich aus. Mit sehr viel Muskelkater, aber auch sehr strahlenden Augen!

Was habt ihr an diesem Tag noch gemacht?

Steffi: Wir haben Hütten gebaut, verschiedene Etappen überwunden, fünfeinhalb Minuten Unterarmstützen, jeweils mit unterschiedlichen Anführern der Gruppe und anschließender gemeinsamer Auswertung: Wie war’s, was waren die Schwierigkeiten, was können wir besser machen?

David: Das geht’s tatsächlich darum, die Komfortzone zu verlassen. Viele bereiten sich darauf vor, wenn sie ihre Komfortzone verlassen. In diesem Fall war das aber gar nicht mehr möglich, das war das Verrückte. Und man definiert die Komfortzone bei so einem Erlebnis ganz neu und beschäftigt sich viel mit sich, denn: Erst wenn man sich führen kann, kann man auch andere führen. Daher ist so ein Bootcamp auch für Führungskräfte interessant.

Steffi: Wir waren nach dem Mittagessen 5 Minuten zu spät und mussten dann erstmal 50 Liegestützen machen. Da dachte man auch erstmal, man schafft das nicht. Und dann haben wir es eben doch geschafft, was für ein Aha-Erlebnis gesorgt hat, das man wunderbar in den Berufsalltag übertragen kann. Zu erfahren, dass man es schaffen kann und eigentlich oft viel zu schnell aufgibt.

David: Was man auch rausziehen kann: Einfach mal machen und sich ins Ungewisse stürzen, sich gegenseitig supporten, darum ging’s ja letztendlich. Dass mal einer im Team sagt: Wir machen das jetzt so, wir stürzen uns rein und gucken dann weiter.

Steffi: Wir haben einen Fitnessbereich bei uns und haben nach der Mittagspause auch meditiert, da ging es um die „Beste Version“ von uns selbst, sich bewusst zu machen, dass man alleine dafür verantwortlich ist, diese Version zu erreichen und umzusetzen.

David: Man kann das Gefühl, das man bei diesem Boot Camp hat, nicht in Worte fassen, aber: Man kann es mit den anderen Teilnehmern teilen. Wer Bedenken hat, ob so ein Bootcamp zum Unternehmen passt: Selbst wenn es das scheinbar nicht tut, sollte man es vielleicht eben erst Recht ausprobieren. Heutzutage sprechen wir so viel von Mindset, aber manchmal geht es eben einfach nur um eins: Ums Tun.

Vielen lieben Dank für das Interview, Steffi und David!

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